Chronik von 1864 bis 2004 Drucken E-Mail

altChronik des Turn und Sportvereins Zierenberg 1864 e.V. von 1864 bis 2004

1864  Gründung des Turn- und Sportvereins Zierenberg

 

Am 19. Mai des Jahres 1864 fanden sich in Zierenberg unter Führung von Dr. med. Lissard, später Sanitätsrat in Frankenberg, junge Zierenberger, getragen von fortschrittlichen Ideen, zusammen und beschlossen die Gründung eines Zierenberger Turnvereins. Sie nannten ihren neuen Verein „Turngemeinde Zierenberg“, der in erster Linie die Förderung der edlen Turnerei, dann aber auch die Pflege des Gesanges bezweckt. Schon am 28. Mai 1864 nahm eine Abordnung des Vereins am Gauturntag in Kassel teil, der im Bereich des VII. Turnkreises abgehalten wurde. Der VII. Turnkreis zählte zum Oberweser-Bezirksverband

Vereinstätigkeiten

Am 1. Maisonntag eines jeden Jahres wurde das Sommerturnen, das von da an bis in die 30 Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein zur Tradition wurde, feierlich begangen und im Herbst wurde die Turntätigkeit, die dann völlig ruhte, mit dem   Sommerabturnen beendet. Die Zwischenzeit war der Geselligkeit, dem Wandern und der Musik mit Chorgesang, Trommler- und Pfeiferkapelle vorbehalten.

1876 Gründung der „Freiwilligen Turner Feuerwehr“

Am 01.Dezember 1876 wurde die Freiwillige Turner Feuerwehr, die schon in vielen Orten ihre Existenz gefunden hat, gegründet. Diese Idee stammte vom Turnertag in Coburg, wo eine Forderung aufgestellt wurde, dass nach Möglichkeit jeder Turnverein eine Turner Feuerwehr zu gründen hat. Der wurde vom damaligen Vorstand, der aus Heyde, Ledderhose, Schartenberg, Wacker, Zaun bestand, unterzeichnet. Über das turnerische Geschehen während der folgenden Jahre ist aus den zur Verfügung stehenden Quellen nicht viel zu erfahren. Es ist aber außer Zweifel, dass die Mitgliederzahl des Vereins gestiegen und die Leistungen der Turner gewachsen sind. Die Turner hatten allmählich das Vertrauen der Bürger gewonnen. Die Entstehungsphase des Vereins, in der er eng Verknüpft war mit der Freiheitsbewegung, lag einige Jahre zurück. Der Sport gab sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in Zierenberg betont bürgerlich. Die Mittelschicht organisierte sich in Vereinen. Turnen und Gesang führte die Menschen des 19. Jahrhunderts in der knapp bemessenen Freizeit zusammen. Die Frauen blieben beim Turnen wie auch bei den Wahlen weiterhin ausgeschlossen. Ihre gesellschaftliche Rolle beschränkte sich weitgehend auf das eigene Haus.

Erstmalige Erwähnung des Fußballs

Der vorwiegend bei Arbeitersportvereinen betriebenen Sport „Kicken mit dem Ball“ galt als ordinär und als nicht  besonders positiv angesehen. Auch außerhalb von Schulen blieb der Fußball verboten. Das hatte den Grund weil es als Gefahr angesehen wurde, dass bei den Arbeitersportvereinen die Gründungen von Fußballabteilungen dazu benutzt werden könnten, dass die Jungen Leute in direkten unmittelbaren sozialdemokratischen Einfluss gelangen könnten und dessen Gedankegut sich aneignen könnte.

1914 50jähriges Vereinsjubiläum

Vom 06.-08 Juni wurde dies Jubiläum als Stiftungsfest gefeiert. Es trafen sich Turner und Gönner. Nachdem Weckruf um 5:30 Uhr begann der Wettkampf um 7:00 Uhr. Ab 14:00 Uhr wurde ein Festzug durch bunt geschmückten Straßen veranstaltet. Nach den Festreden, an die sich buntes turnerisches Programm anschloss, begann man mit den allgemeinen Freiübungen sämtlicher Wettkämpfer, die durch Riegenturnen der Besten an den verschiedenen Geräten fortgesetzt wurden. Um 18.30 Uhr fand die Siegerehrung statt. Nach der Siegerverkündung begann ein Volksfest, das bis in die späte Nacht hinein dauerte und seinen Höhepunkt in einem Brillant-Feuerwerk um 22.00 Uhr fand. Am Festmontag wurden die Feierlichkeiten mit Frühkonzert, Kinderspielen und „Volksbelustigungen“ fortgesetzt.

Beginn des 1. Weltkrieges

Während des ersten Weltkrieges kam der sportliche Betrieb des Turnvereins fast völlig zum Erliegen, da fast alle Turner Soldaten waren, die während des Krieges kaum in der Heimat waren. Außerdem hatte der größte Teil der Bevölkerung mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, da überall Not und Resignation herrschte.  In den folgenden Jahren mussten sich die Turnvereine generellen Strukturwandlungen unterziehen, da der Deutsche Fußball und die Sportbehörde für Leichtathletik gegründet wurde. Diese beiden Körperschaften bedeuteten für viele Turnvereine eine Konkurrenz, da man an einen Saal gebunden war und den Jugendlichen etwas bieten musste, um eine Abwanderung zu verhindern. Nach Anfangsschwierigkeiten zu Beginn der 20er, erlebte der Sport im allgemeinen einen Aufschwung, blieb aber trotzdem immer noch gespalten zwischen  Arbeitersport und bürgerlichen Sport gespalten. Aus den meisten Turnvereinen wurden Sport und Spielvereine. Die Turner der Turngemeinde Zierenberg von 1864 übten im Sommer auf dem Platz am Schützenhaus – heute das Gelände um das frühere Lokal „Zum Bärenberg“ an der Oberelsunger Straße. Dieses Gelände war Turn- und Festplatz zugleich. Im Winter turnte man in Sachsens Saal – heute das Bürgermeisteramt in der Poststraße. Da man in diesem Saal den „Riesen am Reck“ nicht turnen konnte – der Saal war zu niedrig – wechselte man in den Saal des Gasthauses Karl Richter – heute die Gastwirtschaft „Zum Kasseler Hof“ auf dem Marktplatz. Dort gab es auch eine Bühne, so dass man dort auch das Theaterspiel ausüben konnte.

1929: Erste Fußballerische Impulse werden nachgewiesen

Fußballerische Impulse gingen in Zierenberg verstärkt vom Arbeitersportverein aus. Es dauerte noch eine Reihe von Jahren, ehe der Fußball die dominierende Rolle im Sportgeschehen der Stadt bekam. Nachweisbar ist, dass für Heinrich Freund (Vater von Gerhard Freund) am 09.02.1930 ein Mitgliedsbuch und Pass vom „Arbeiter-Turn und Sportbund, Leipzig, Fichtestraße 36 e.V.“ ausgestellt worden ist. Während der NS-Zeit wurde dem Sport ein sehr hoher Stellenwert zu gesprochen. Die Turnervereine spielten aber nur eine untergeordnete Rolle, denn das Nationalsozialistische Regime organisierte Sportveranstaltungen und Vereinigungen in eigener Regie.

Mit dem Tag der Machtergreifung wurden die Vereine der Arbeiterbewegung, so auch der Freie Turn- und Sportverein Zierenberg, zur Untätigkeit verurteilt. Dem politischen Feind wurde ein eigener Sportbetrieb nicht gestattet.

1938    Gründung eines reinen Fußballvereins

-1938 wurde in Zierenberg ein neuer Sportverein gegründet. Die Vereinsgründer Wilhelm Folchmann und Willi Wagner       gaben ihm den Namen „VfL Zierenberg“ (Verein für Leibesübungen). Dieses war ein reiner Fußballverein, der sich mit einer Jugendmannschaft am Fußballsport im Kreis Wolfhagen beteiligte. In der Mannschaft von 1938 spielten: Fritz Scheuermann, Rosenstiel, Willi Ditzel, Georg Elsasser, Georg Ditzel, Ernst Göbel, Kurt Röder, Bernhard Finis, Heinrich Weber, Richard Feuring, Otto Ledderhose, Fritz Brake, und Heinz Ditzel. Betreuer war Fritz „Kiste“ Scheuermann. Im Krieg ging der Sportbetrieb insgesamt radikal zurück. Einberufungen zum Militär rissen Lücken in die noch bestehenden Mannschaften. Nur die Jugendarbeit lief zu Kriegsbeginn noch eingeschränkt weiter. Die zu Hause bleiben konnten, mussten sich auf die Arbeit konzentrieren, denn Entspannung und Freizeitgestaltung hatten keinen Platz im „totalen Krieg“. Viele Vereinsmitglieder kehrten aus dem Krieg nicht zurück.

  1. 1945 Neugründung des Verein

Im September 1945 kam es dann zur Neugründung des Vereins. Aus dem ehemaligen Turnerverein entstand der Turn- und Sportverein Zierenberg. Zu den Vereinsgründern zählten: Heinrich Dittmar, Heinrich Albrand, Hans Hoppe, Wilhelm Brake, Fritz Brake, Wilhelm Folchmann und Daniel Weber.

  1. 1946 Neuaufnahme einzelner Sparten

1946 wurden die Sparten Handball, Gesang und Turnen mitaufgenommen, die Handballsparte jedoch verließ nach drei Jahren später wieder den Turn- und Sportverein und gründete einen eigenen Verein, dem aber keine lange Lebensdauer beschieden war.

  1. 1950 Der Gesangverein löst sich wieder vom Hauptverein

Der Gesangverein löst sich wieder vom Hauptverein ab und gründet  einen eigenen Verein unter altem Namen.

1951   Verein steht kurz vor Auflösung

Der Verein steht kurz vor der Auflösung, Wilhelm Folchmann jedoch konnte den Verein konsolidieren

1952   Rektor August Gerhold übernimmt das Amt für mehrere Jahre

1953   Bau einer vereinseigener Turnhalle

Auf Initiative des Rektors wird mit Beihilfe der Stadt Zierenberg eine vereineigene Turnhalle gebaut. Der Bau dauert zwei Jahre.

1954   Erwerb der Turnhalle

Im April 1958 wurde diese Turnhalle für 1000 Mark plus der Übernahme der Restschulden von der Stadt Zierenberg erworben. „Die Unterhaltungskosten“, so ein Vorstandsmitglied, „werden den Verein in den Ruin treiben.“

  1. 1955 Tischtennis wird als Sparte mitaufgenommen
  2. 1956  Das Gasthaus  „Kasseler Hof“ wird zum Vereinslokal

1957  Der Ballwart Knierim verwaltet Ende des Jahres vier Bälle

  1. 1957 Ein erster bezahlter Trainer wird verpflichtet

Im August 1961 verpflichtete der TSV Zierenberg einen bezahlten Trainer für die 1. Fußballmannschaft. Die Mannschaft stieg mit 49:11 Punkten und 106:48 Toren in die II. Amateurliga auf.

  1. 1958 Einweihung des neuen Sportplatzes „Warmetalkampfbahn“

1959  Gründung der Gymnastikabteilung

Frau R. Soltau übernimmt die Leitung der Gymnastikabteilung im Jahr 1965. Unter ihrer Riege entwickelte sich die Frauen-    Gymnastikgruppe zur

Zweitgrößter Abteilung im Verein. Gymnastische Übungen zur Erhaltung körperlicher Fitness und Tänze standen im Vordergrund der Übungsstunden.

  1. 1965 Gründung einer Handballsparte

Im Juni 1966 wurde unter der Leitung von Fred Thias eine Handballsparte gegründet, die bis 1978 dem TSV angehörte. 1968 trennte sich die Abteilung vom Hauptverein und aus ihr ging der HSC Zierenberg hervor.

1968 Gründung der Tennissparte

Im folgenden Jahr 1968 wird die Sparte Tennis im TSV aufgenommen. Aus den Mitteln eines Sportstättenbauprogramms hatte die Stadt am Stiegweg einen Hartplatz gebaut, dieser wurde im Oktober 1968 dem TSV übergeben und eingeweiht.

1973-1977 In diesem Zeitraum liegen keine genauen Informationen vor

1978 Erster Sportlerball findet statt

Unter der Leitung von Hubert Franken findet der erste Sportlerball statt, der von nun an zum festen Bestandteil jeden Jahres gehört.

1979   Einweihung der Schulsporthalle

Mit der Einweihung der neuen Großsporthalle der Elisabeth-Selbert-Schule im Juli 1979 konnte für die Abteilungen Damengymnastik, Kinderturnen und Jugendfußball ein geregelter Übungsbetrieb stattfinden. Als Folge des Hallenneubaus und der damit verbundenen Trainingsmöglichkeiten wurde im Januar 1980 eine Volleyballabteilung gegründet, der aber keine lange Lebensdauer beschieden war.

1979  Gründung der Volleyballsparte

Aufgrund des Baus der neuen Großsporthalle 1979 wurde eine neue Volleyballsparte gegründet, da jetzt Trainingsmöglichkeiten bestanden.

1985    40 jähriges Bestehen

Im Juni 1985 feierte der TSV Zierenberg sein 40jähriges Bestehen. Die Jubiläumswoche wurde in der Schulturnhalle  durch den 1. Vorsitzenden und den Bürgermeister der Stadt eröffnet. Die gelungene Sportwoche war ausgefüllt mit Turnierbegegnungen der Senioren- und der Alt-Herrenfußballer. Turniere der Jugendfußballer und der Damen vervollständigten das Programm

Fußball, besonders im Mädchenfußball, für die G. Glowatzki verantwortlich zeichnete, mit dem Sepp-Herberger-Preis ausgezeichnet

1989   Offizielle Gründung Damensparte Fußball im TSV

Ab Januar 1988 bildeten die Mädchen- und Damenfußballmannschaft eine neue eigenständige Damenfußballabteilung. Die Mannschaft der Alten Herren stieg in die Bezirksliga auf.

Mit Beginn des Jahres 1988 wurde, auf Initiative der Tennisabteilung, die Frage bezüglich des Baus eines Clubhauses diskutiert. Die Vorbesprechungen und Verhandlungen mit der Tennissparte bewirkten, dass man im Sommer 1992 mit dem Bau beginnen konnte

1991

Durch die HNA erfährt der TSV Zierenberg aus der Rubrik „ Heute vor 100 Jahren“  das der Verein viel älter sein mußte bisher angenommen.  Dort wurde belegt das der Verein im Jahre 1889 sein 25-jähriges Bestehen feierte. Darauf startet der damalige  Jugendleiter Heinrich Breßler mit einer Projektgruppe der Elisabeth-Selbert-Schule Nachforschungen im Hessischen Landesarchiv in Marburg und in der Murhrad´schen Bibliothek in Kassel. Und die bestätigten u.a. durch eine Festkarte der Familie Brake die zum 08.06.1914 zum 50 jährigen „Stiftungsfest der Turngemeinde Zierenberg Bez. Cassel“ einlud.

  1. 1992 Planung und Bau des Vereinsheims

Der TSV erhielt Zuschüsse des Landes Hessen, des Landkreises Kassel, der Stadt Zierenberg und vom Hessischen Fußballverband. Der 1. Vorsitzende des Sportkreises Wolfhagen, Gerhard Bechtel, und der Leiter des Sportamtes des Landkreises Kassel, August Püster, war dem TSV in vielen Fragen wichtige Helfer. Viele Firmen und viele Mitglieder, erwähnt seien hier für viele andere, Franz Kroha und Willi Vollmer, haben zum Gelingen des Baues beigetragen. Die große TSV Familie blickt voller Stolz auf ihr schmuckes Vereinsheim, das im Sommer 1994 eingeweiht wurde.

Neben dem Clubhausbau wurde noch eine weitere Baustelle eröffnet. Der TSV begann mit dem Bau eines Verkaufs- und Imbißstandes zwischen dem Bürgerhaus und dem ehemaligen Hallenbad. Unter der Regie unseres Sportkameraden Helmut Müller (dem „Riesen“), der als Architekt und Baumeister wirkte, entstand am Sportplatz ein Bauwerk, um das wir von vielen Vereinen beneidet werden. Allen Sportkameraden und Helfern, die zum Gelingen des Baues beigetragen haben, gilt unser aufrichtiger Dank.

1978  bis 2004 Spielbetrieb der Fußballsenioren

Als im Jahre 1978 Hubert Franken das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm, spielte die 1. Mannschaft des TSV in der B-Klasse. In dieser „ver. . .ten B-Klasse“, so der 1. Vorsitzende, jagte man zehn Jahre hinter dem runden Leder her, ehe man 1988/89 endlich den Aufstieg in die A-Klasse schaffte. Schon im nächsten Jahr mußte man wieder absteigen. Dem Engagement des jungen Spartenleiters Lothar Göbel war es zu verdanken, dass mit dem Sportkameraden Olli Lecke ein Mann als Trainer gefunden werden konnte, der alle Seniorenfußballer so motivieren konnte, dass die 1. Mannschaft 1991/92 in die Bezirksliga Gruppe 3 und die 2. Mannschaft in die A-Klasse Wolfhagen aufsteigen konnte. Später schaffte die Mannschaft dann den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Seitdem  bis dato spielt die I. Seniorenmannschaft fast ausnahmslos Bezirksoberliga. In der Saison 1999/2000 und 2000/2001 spielte man nach dem Abstieg 1999 zwei Jahre Bezirksliga und konnte mit dem damaligen Trainer Bernd Hildenhagen den erneuten Aufstieg in die Bezirksoberliga schaffen. Seitdem spielt die Mannschaft BOL und wird derzeit von Trainer Uwe Plattenberg betreut.

1989 wurde unter der Leitung von R. Meurer die Badmintonabteilung gegründet. Drei Jahre später fanden sich einige Sportkameraden zusammen, um sich im „Schachspiel“ zu betätigen, ihr Abteilungsleiter wurde J. Becker. Beiden Sparten war jedoch leider keine lange Lebensdauer beschieden.

2004 Gründung einer Tanzsparte im TSV

Mitte des Jahres 2004 wurde erstmals eine Tanzsparte unter der Leitung von Peter und Silvia Bayer gegründet, die sehr guten Zuspruch findet und von der professionellen Tanzlehrerin Ingrid Meister betreut wird.